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Kerstens Kamine

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Hängende Kamine von Focus: Ein Feuer, das schwebt

Ein Kamin, der frei an der Decke hängt und sich drehen lässt: Seit 1968 baut Focus aus Südfrankreich solche Feuerstellen. Unser Erklärfilm erzählt, wie Dominique Imbert den Gyrofocus erfand, wie ein hängender Kamin sicher an der Decke hält und was Sie bei der Planung beachten sollten, mit Kapiteln zum direkten Anspringen.

Erklärfilm „Ein Feuer, das schwebt“ (8:09 Min.): Dominique Imbert und die Geschichte von Focus, der Gyrofocus von 1968, wie ein hängender Kamin an der Decke hält, die Familie der hängenden Kamine, Holz, Gas, Bioethanol und Holographik sowie die Planung bei Ihnen zu Hause. Musik: „Gymnopédie No. 1“ (Erik Satie, Fassung Kevin MacLeod) und „Clean Soul“ – Kevin MacLeod (incompetech.com), Lizenz CC BY 4.0.

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Ein Kamin steht normalerweise auf dem Boden oder sitzt in der Wand. Bei Focus aus Südfrankreich hängt das Feuer dagegen frei im Raum, und oft lässt es sich sogar drehen. Unser Erklärfilm erzählt, wie es dazu kam, und zeigt, wie so ein Kamin sicher an der Decke hält. Über dem Film können Sie auf die interaktive Fassung umschalten und sie in Ihrem eigenen Tempo ansehen.

Ein harter Winter in Südfrankreich

Die Geschichte beginnt mit Dominique Imbert. Er wurde 1940 in Montpellier geboren, studierte Literatur in London und Paris, promovierte in Soziologie an der Sorbonne und unterrichtete danach an einem Pariser Gymnasium. 1967, mit 27 Jahren, gab er das Unterrichten auf und richtete sich in Viols-le-Fort, einem mittelalterlichen Dorf bei Montpellier, eine Werkstatt ein, um als Bildhauer mit Eisen zu arbeiten. Der erste Winter in seinem Steinhaus war hart. Deshalb baute er sich aus ein paar Blechen einen Kamin, den Antéfocus, und damit begann die Geschichte von Focus.

Amboss statt Schultafel

Focus beschreibt Imberts Arbeitsweise mit einem schönen Bild: Er tauschte die Schultafel gegen Amboss und Schweißbrenner. Zeichenunterricht hatte er nach eigenen Worten nie, er schmiedete, schweißte und formte den Stahl mit seinen eigenen Händen. Von ihm stammt der Satz „C’est ce que je fais qui m’apprend ce que je cherche.“, auf Deutsch etwa: Erst das, was ich mache, zeigt mir, wonach ich suche. Design war für ihn die Spannung zwischen Poesie und dem, was man im Alltag braucht, und diese Haltung sieht man seinen Kaminen bis heute an.

1968: Das Feuer löst sich von der Wand

1968 entstand der Entwurf, mit dem Focus berühmt wurde: der Gyrofocus. Er hat keine Wand hinter sich und keinen Sockel unter sich, sondern hängt frei an seinem Rauchrohr von der Decke. Nach Angaben von Focus war er der erste Stahlkamin der Welt, der so von der Wand gelöst an der Decke hing. Dazu lässt er sich um 360 Grad drehen, sodass das Feuer mal zum Sofa und mal zum Esstisch schaut, je nachdem, wo Sie gerade sitzen. Für einen Kamin war das damals eine kleine Revolution, denn bis dahin hatte das Feuer seinen festen Platz an der Wand oder in einer Ecke.

Von der Werkstatt in die Museen der Welt

In den Siebzigerjahren konnte Imbert die Kamine nicht mehr allein bauen. Er ließ sie bei einem Metallbaubetrieb in Cavaillon in der Provence fertigen, den Focus 1993 schließlich selbst übernahm. 1988 kam der erste große Auftrag aus dem Ausland: 301 Wohnungen einer Wohnanlage in Japan bekamen einen Kamin von Focus.

Auch die Kunstwelt wurde aufmerksam. Der Künstler Xavier Veilhan baute 1996 die Installation „Le Feu“, in deren Mitte ein Gyrofocus an einem 18 Meter langen Rauchrohr hing. Sie war in Museen für zeitgenössische Kunst in Bordeaux und Grenoble zu sehen und 1998 im Guggenheim-Museum in New York. 2009 stimmten in Italien mehr als 74.000 Menschen online über die schönsten Designobjekte der Welt ab, und der Gyrofocus kam unter die besten zehn. Seit 2023 hängt er sogar auf der Opernbühne, im Bühnenbild von Mozarts „Così fan tutte“ beim Festival in Aix-en-Provence.

2015 übergab Dominique Imbert nach rund fünfzig Jahren die Leitung an ein neues Führungsteam, 2021 ist er gestorben. Gefertigt werden die Kamine bis heute in Südfrankreich, in einer Manufaktur mit rund hundert Beschäftigten. 2023 hat der französische Staat sie mit dem Siegel „Entreprise du Patrimoine Vivant“ für ihr besonderes handwerkliches Können ausgezeichnet.

Wie hält ein Kamin an der Decke?

Ein hängender Kamin hängt nicht an Seilen oder Ketten, sondern an seinem eigenen Rauchrohr. Das Rohr ist oben an einer Trageplatte verschraubt, und diese Platte gibt das ganze Gewicht an die Decke weiter. Dabei kommt einiges zusammen:

  • Die verglaste Holzversion des Gyrofocus wiegt allein 190 Kilogramm.
  • Dazu kommen 16 Kilogramm je Meter Rohr und die Trageplatte.
  • Bei zwei Metern Rohr hängen also gut 240 Kilogramm an der Decke.

Meist ist es ein einziges Rohr von der Feuerstelle bis zur Decke, das oben am Flansch der Trageplatte mit einer Schraube gesichert wird. Bei drehbaren Modellen sitzt zwischen Rohr und Feuerstelle ein Drehlager mit Kugeln. Das Rohr bleibt fest, und nur die Feuerstelle dreht sich darunter. Ist der Raum höher als dreieinhalb Meter, empfiehlt Focus zusätzlich einen Halter, damit die Feuerstelle nicht ins Pendeln kommt.

Ob Ihre Decke das tragen kann, prüfen wir vor dem Einbau. Bei Holzbalken messen wir vor Ort genau auf, ob die Trageplatte zwischen die Balken passt, und wo das Rohr durch Holz geht, schützt eine geprüfte Durchführung mit Brandschutzplatten die Decke vor der Hitze. Auch der Boden wird mitgeplant: Vor der Feuerraumöffnung muss ein Boden aus Holz oder Teppich durch einen Belag aus Stein, Fliesen oder Glas geschützt sein. Weil sich der Kamin dreht, legen wir diesen Schutz so aus, dass er in jeder Stellung reicht.

Die Familie der hängenden Kamine

Aus dem Gyrofocus ist mit den Jahren eine ganze Familie hängender Kamine geworden:

  • Bathyscafocus (1978): eine Kugel mit großem Bullauge. Sein Name erinnert an die Tauchboote der Tiefseeforschung.
  • Ergofocus (1983): die kompaktere Variante mit klaren Linien.
  • Agorafocus (1989): benannt nach dem Versammlungsplatz im antiken Griechenland. Er zeigt das Feuer rundherum.
  • Slimfocus: ein schmaler Zylinder.
  • Domofocus (2015): der rundere, etwas kleinere Bruder des Gyrofocus.
  • Filiofocus: Er hängt nicht frei, sondern reicht als schlanker Kegel von der Decke bis hinunter zum Boden, und sein Feuer brennt knapp über dem Boden. Den ersten Filiofocus hat Dominique Imbert im Jahr 2000 für den Architekten Norman Foster gebaut.

Zum Heizen mit Holz gibt es die großen Hängemodelle seit 2021 auch geschlossen, mit zwei gebogenen Glasscheiben zum Aufschieben. Damit erfüllen sie die Ökodesign-Vorgaben der EU. Alle Modelle im Detail finden Sie auf unserer Focus-Seite.

Holz, Gas, Bioethanol oder Holographik

Bei der Energie haben Sie bei Focus je nach Modell die Wahl:

  • Дрова ist der Klassiker.
  • Gas: Seit 2020 gibt es den Gyrofocus auch mit Gas, und er lässt sich trotzdem drehen.
  • Bioethanol: Diese Kamine haben keinen Anschluss und werden einfach an die Decke gehängt, ganz ohne Schornstein. Den Raum sollte man dabei gut lüften.
  • Holographik: Die Flammen sind ein Lichtbild, dazu kommt echte, sanfte Wärme aus Strom, ebenfalls ohne Schornstein.

Holz und Gas brauchen einen Schornstein oder ein Abgasrohr nach draußen. Für draußen gibt es außerdem eigene Ausführungen.

Ein schwebendes Feuer bei Ihnen zu Hause

Für Holz und Gas braucht ein hängender Kamin eine Decke, die das Gewicht trägt, einen Weg für das Rohr nach oben in den Schornstein oder über das Dach und genug Platz rundherum, damit er frei wirken und sich drehen kann. Gerade die Planung des Schornsteins ist bei einem hängenden Kamin nicht ganz einfach. Das Rohr kommt mitten im Raum von der Decke, und seine Länge legt Focus für jede Anlage fest. Deshalb muss das schon im Vorfeld gut geplant werden.

Ob das bei Ihnen passt, klären wir gemeinsam. Wir sehen uns Decke, Dach und Schornstein an, messen vor Ort auf und planen Rohrführung, Bodenschutz und Montage. Wie bei jeder Feuerstätte nimmt am Ende der Schornsteinfeger die Anlage ab.

Focus ist eine Premiummarke und wählt seine Händler sehr genau aus. In ganz Deutschland gibt es weniger als zwanzig, und Kerstens Kamine ist einer davon. In unserer Ausstellung in Ausbüttel können Sie in Ruhe erleben, wie ein schwebendes Feuer im Raum wirkt. Einen Termin können Sie direkt online buchen.

Angaben zur Geschichte und zu den Modellen stammen von Focus, Gewichte und Maße aus den Herstellerunterlagen.

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