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Ratgeber

Öfen im dichten Haus: Dunstabzug, Lüftung und Unterdruckwächter

Läuft die Dunstabzugshaube, während der Ofen brennt, kann im dichten Haus Rauchgas zurück in den Raum strömen. Unser Erklärfilm zeigt, warum das passiert und welche zwei Lösungen sicher helfen – mit Kapiteln zum direkten Anspringen.

Erklärfilm „Öfen im dichten Haus“ (8:37 Min.): Unterdruck durch Dunstabzug und Lüftung, Fensterkontakt, Unterdruckwächter, Leitungen auf der Baustelle und Verbrennungsluft von außen. Musik: Clean Soul – Kevin MacLeod (incompetech.com), Lizenz CC BY 4.0.

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Moderne Häuser sind gut gedämmt und luftdicht gebaut. Das hält die Wärme im Haus, hat aber eine Kehrseite: Luft, die eine Dunstabzugshaube nach draußen bläst, kommt durch Ritzen und Fugen kaum noch nach. Das betrifft jeden Ofen, ob Kaminofen, Kachelofen oder Heizkamin.

Was im dichten Haus passiert

Eine kräftige Haube im Abluftbetrieb fördert schnell 600 Kubikmeter Luft pro Stunde nach draußen. Dieselbe Menge muss wieder herein. Findet sie keinen Weg, fällt der Druck im Raum, es entsteht Unterdruck. In einem dichten Haus schafft eine starke Haube leicht 60 Pascal und mehr. Ein Kaminofen ist dagegen meist nur auf rund 12 Pascal Schornsteinzug ausgelegt. Dann ist der Schornstein der leichteste Weg nach innen: Das Abgas kehrt um, und Rauchgas mit giftigem Kohlenmonoxid strömt in den Raum. Kohlenmonoxid kann man weder riechen noch sehen.

Zwei Lösungen gegen den Unterdruck

  • Fensterkontakt: Ein Funkkontakt meldet, ob das Fenster offen ist. Die Haube hängt an einem Zwischenstecker und bekommt nur Strom, wenn das Fenster gekippt ist. Es gibt auch Steuerungen mit einem Fühler am Ofenrohr: Ist der Ofen kalt, darf die Haube laufen, ist er warm, nur bei gekipptem Fenster.
  • Unterdruckwächter: Sobald im Ofen ein Feuer brennt, vergleicht er laufend den Druck im Rauchrohr mit dem Druck im Raum. Wird der Unterschied zu klein, schaltet er über ein Schütz im Verteiler alle Abluftgeräte ab, also Dunstabzug, Badlüfter und Lüftungsanlage. Der Ofen zieht dann wieder sicher.

Lüftungsanlagen

Zu einer zentralen Lüftungsanlage gehört ein Unterdruckwächter. Fällt dort der Zuluft-Ventilator aus, läuft die Abluft weiter und der Unterdruck steigt. Auch bei dezentralen Lüftern in der Außenwand ist der Unterdruckwächter die Regel. Ein CO-Melder ist eine gute Ergänzung, ersetzt aber keinen Unterdruckwächter.

Früh an die Leitungen denken

Damit ein Unterdruckwächter arbeiten kann, braucht der Ofenplatz die passenden Leitungen: ein 5-adriges Kabel bis zum Ofen und eigene Leerrohre für die Fühler- und die Druckmessleitung, am besten bis unter die Rosette. Für die Verbindung zum Verteiler geht auch Funk, das ist aber teurer, und Decken aus Stahlbeton schwächen das Signal. Am einfachsten ist es, wenn wir das gemeinsam mit Ihrem Elektriker planen, bevor die Wände geschlossen werden.

Verbrennungsluft von außen ist ein eigenes Thema

Eine Leitung, die dem Ofen seine Verbrennungsluft von außen zuführt, schützt nicht vor dem Unterdruck durch die Haube. Der Film zeigt trotzdem die drei Wege dafür: aus dem Keller, durch die Außenwand oder über einen Luft-Abgas-Schornstein. Auch bei raumluftunabhängigen Öfen gilt: Ofen, Lüftung und Haube stimmen wir vorher mit dem Schornsteinfeger ab.

Wir planen mit

Ofen, Lüftung und Elektrik gehören in eine gemeinsame Planung. Sprechen Sie uns an, am besten bevor die Leitungen gelegt werden. Einen Beratungstermin können Sie direkt online vereinbaren.

Kurze Antworten zum Nachlesen finden Sie unter Häufige Fragen.

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